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Selbsthilfegruppe Schlafapnoe / Atemstillstand Regensburg e.V.

(Chronische Schlafstörungen und Schnarchen)

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Schnarchen und Schlafapnoe      
 

Ist Schnarchen eine Krankheit?

Schnarchen ist zunächst eine Belästigung und Beeinträchtigung für die nächsten Mitmenschen. Gefährlich wird es dann, wenn man von dem Schnarcher bisweilen nichts mehr hört: es wird still, wenn der Atem aussetzt. Die Schlafapnoe macht sich "bemerkbar". Nicht alle Schnarcher leiden unter Schlafapnoe, sicherlich aber alle starken Schnarcher.

Die Situation

Schnarchen kann ein Symptom für eine gefährliche Krankheit sein. Dann nämlich, wenn nachts durch Erschlaffung der Schlundmuskulatur die Luftröhre blockiert wird. Das ist häufig bei Älteren und Übergewichtigen der Fall – aber nicht nur bei diesen! Der Schläfer atmet dann nicht mehr (obwohl das Zwerchfell weiterarbeitet) – er hat eine Atempause (Apnoe).

Die Krankheit

Wenn im Schlaf pro Stunde mehr als 10 Atempausen auftreten, spricht man vom „Schlaf-Apnoesyndrom“, einer Krankheit, die behandelt werden muss. Während der Apnoe-Phasen sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, wobei andererseits der Gehirn-, Blut- und Lungengefäßdruck zunehmen und dadurch das Herz überbelastet wird. Wenn das Gehirn dann nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhält, wird der Schläfer – ohne es zu merken – geweckt, wobei er besonders laut schnarcht. Man kann sich vorstellen, dass dieser Vorgang, der sich in Extremfällen bis zu 600-mal in der Nacht wiederholen kann, schwerwiegende Folgen hat, die der Schnarcher aber nicht mit seiner Krankheit in Verbindung bringt, weil er selbst ja nichts von den nächtlichen Vorgängen bemerkt. Er ist "nur" unausgeschlafen und hundemüde!

Die Symptome

  • Tagesschläfrigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisstörungen
  • Kopfschmerz beim Erwachen
  • Nachtschweiß
  • häufiges nächtliches Wasserlassen
  • gesteigerte Reizbarkeit
  • morgens Schwindelgefühl
Es treten jedoch keinesfalls immer alle Symptome bei allen Betroffenen auf!

Die Diagnose

Schon die Partnerin/der Partner kann bereits eine erste grobe Diagnose stellen, denn sie/er hat ebenfalls Schlafprobleme wegen der lauten Schnarch­geräusche und bemerkt auch die eventuellen Atempausen. Der nächste Schritt ist dann die interdisziplinäre Abklärung durch einen Facharzt, den „Schlafmediziner“.

Die Therapie

In leichten Fällen reicht oft schon eine Umstellung der Lebensgewohnheiten aus:
  • Gewichtsreduzierung
  • Alkoholverzicht am Abend
  • Nikotinverzicht
  • Verzicht auf Schlafmittel
  • geregelte Schlafzeiten
„Normalen“ Schnarchern kann in der Regel bereits mit kleinen Geräten (dem zahnärztlichen Schnarchschutz) geholfen werden, die man nachts trägt. Bei häufigen und längeren Apnoe-Phasen wird jedoch die Überdruckbeatmung mit Maske als beste Therapie beurteilt. Der Überdruck bewirkt, dass die Weichteile die Luftröhre nicht mehr blockieren können. Er wird individuell in einem Schlaflabor ermittelt und bereits nach wenigen Nächten fühlt sich der Patient „wie neugeboren“. Viele Symptome verschwinden vollständig, andere bessern sich.

Mögliche Folgen der unbehandelten Schlafapnoe

  • Müdigkeit am Tag mindert die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit und beeinträchtigt die Freude am Leben.
  • Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelschwäche sind Folgen einer unbehandelten Schlafapnoe.
  • In vielen Fällen gehen Herzinfarkt oder Schlaganfall auf eine jahrelang bestehende Schlafapnoe zurück.
  • Zahlreiche Verkehrs- oder Arbeitsunfälle sind die Folge des Sekundenschlafs durch die Schlafapnoe.
  • Auch die Zuckerkrankheit geht vielfach auf eine Schlafapnoe zurück.
  • Die Schlafapnoe verändert auch die Psyche und ruft Depressionen hervor.

Quelle: www.lvbwss.de / Landesverband Baden-Württemberg Schnarchen-Schlafapnoe e.V.

 
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